Mag. Dr. Kerstin Mayerhofer, Bakk. MA
- E-Mail: kerstin.mayerhofer@univie.ac.at
- Telefon: +43-1-4277-43319

© Simone Steurer
Kerstin Mayerhofer (keine Pronomen) ist Judaist*in und Kulturwissenschafter*in mit einem besonderen Interesse für jüdische Kulturgeschichte an den Schnittstellen von Religion, Geschlecht und race.
Kerstin Mayerhofer hat am Institut für Judaistik der Universität Wien mit einer Doktorarbeit zum Motiv der jüdischen männlichen Menstruation im mittelalterlichen Antisemitismus promoviert. Eine Monografie auf der Grundlage der Dissertation, Queer Blood, ist bei ARC Humanities Press unter Vertrag.
Seit 2023 ist Kerstin Mayerhofer Postdoktorand*in am Institut für Judaistik der Universität Wien. Davor hatte Kerstin Mayerhofer verschiedene akademische Positionen an der Universität Wien inne, sowie Fellowships am IFK Wien, an der University of St Andrews (Großbritannien) und der Hebräischen Universität Jerusalem (Israel).
Kerstin Mayerhofers aktuelles Projekt befasst sich mit der diskursiven Konstruktion des Uterus in der jüdischen Kulturgeschichte. Das Projekt untersucht dabei eine Vielzahl jüdischer Quellen – von der hebräischen Bibel über rabbinische Literatur bis hin zu kabbalistischen Texten. Ebenso nimmt es Bezug auf medizinische Abhandlungen sowie religiöse Lehren über den Uterus und die Fortpflanzung vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Das Projekt liefert damit einen wichtigen Beitrag nicht nur zur jüdischen Kultur-, sondern auch zu Geschlechter- und Medizingeschichte.
In der Lehre konzentriert Kerstin Mayerhofer sich auf Themen wie Geschlecht, soziale Ungleichheit und jüdische Identität aus interdisziplinärer Perspektive.
Wissenschaftliche Schwerpunkte
Geschlecht(er) und Sexualität(en) im Judentum | Konzeptualisierung des jüdischen Körpers | Christlich-jüdische Beziehungen im Hoch- und Spätmittelalter | Historischer Antisemitismus (Schwerpunkt Mittelalter) | Kulturgeschichte der Menstruation
Qualifikation
- 2023 Dr.phil. Judaistik, Universität Wien
Dissertation: The Motif of Jewish ‘Male Menstruation’ and its Function in High and Late Medieval (1100–1500) and Early Modern (1500–1700) Christian Sources - 2013 MA Judaistik, Universität Wien
- 2012 Mag.phil. Slawistik, Universität Wien
- 2010 Bakk.phil. Judaistik, Universität Wien
Lehre
2026S
- Mehr als "fromm und rebellisch": Jüdische Frauen im Mittelalter, Vorlesung, Institut für Judaistik
- Antisemitismus durch die Jahrhunderte: Geschichte(n) von Hass und Verfolgung, Vorlesung, Institut für Judaistik
2025W
- “Schreibwerkstatt Mikwe: Eintauchen ins Forschen und Schreiben.” Seminar, Institut für Judaistik
- “Jüdische Kulturgeschichte in der Antike.” Vorlesung, Institut für Judaistik
- “Zwischen Wissen und Norm: Jüdische Körperpraktiken im Spannungsfeld von Autorität und Agency.” Vortrag im Rahmen des RingSE Vom Scheitel bis zur Sohle - Körperlichkeit im Fächerkanon der Theologie und ihren Nachbardisziplinen, Evangelische Theologie, Universität Wien
- “Menstruation als Marker: Narrative religiöser Gemeinschaftsbildung in der Vormoderne.” Vortrag im Rahmen der RingVO Eine transdisziplinäre Kulturgeschichte der Menstruation, Universität Bonn
2025S
- “Im Garten der Geschichten: Adam, Eva und die kulturelle Nachwelt der Schöpfung.” Seminar, Institut für Judaistik
- “Rassistischer Antisemitismus: Ursprünge, Wandel und aktuelle Relevanz.” Seminar, Institut für Judaistik
Lehre vor 2025 siehe u:find
Werdegang
- seit Oktober 2023
Universitätsassistent*in Post-doc | Institut für Judaistik, Universität Wien - 2022–2023
Visiting PhD Researcher | Hebrew University of Jerusalem - 2022
Visiting PhD Training Student | University of St Andrews - 2021 – 2023
IFK junior_fellow | Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) Wien - seit 2021
Executive Secretary | Salo W. and Jeannette M. Baron Awards for Scholarly Excellence in Research of the Jewish Experience
Laufende Publikationsprojekte
- Imagining the Menstuating Jew in Medieval Christian Thought: Queer Blood. Monographie.York: Arc Humanities Press, unter Vertrag.
- Period Studies: Kulturhistorische Menstruationsforschungen. Berlin: De Gruyter, unter Vertrag. Hrsg. mit Lisa Tenderini.
- Baron Lectures: Studies on the Jewish Experience. Paderborn: Brill | Schöningh, seit 2022. Hrsg. mit Armin Lange.
Publikationen (in Auswahl)
- "Historical Approaches to Menstruation Research," and "History of Medicine and Menstrual Health." In The Sage Encyclopedia of Menstruation and Society. London: Sage, forthcoming.
- Experiencing the Hebrew Bible: Spotlights on History and Tradition. Band 2 von Baron Lectures: Studies on the Jewish Experience. Paderborn: Brill | Schöningh, 2025. Hrsg. mit Amy Fedeski und Alina L. Schittenhelm.
- Quellen zur jüdischen Geschichte im Heiligen Römischen Reich und seinen Nachfolgestaaten: Judendeutsch, Jiddisch, Hebräisch, Judenspanisch, 16.–20. Jahrhundert. Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Wien: Böhlau, 2023. Hrsg. mit Dieter J. Hecht, Louise Hecht, Avraham Siluk und Stephan Wendehorst.
- "Von menstruierenden Männern und zügellosen Frauen. Sexualität und Geschlecht im mittelalterlichen Antisemitismus." In Jahrbuch für Antisemitismusforschung 31 (2022): 91–110.
- "Inferiority Embodied: The 'Men-struating' Jew and Pre-Modern Notions of Identity and Difference." In Confronting Antisemitism through the Ages: A Historical Perspective (Berlin: De Gruyter, 2021), 135–59. DOI: 10.1515/9783110671995-008
Public Outreach
- Vortrag "Genieße das Leben mit dem Menschen, den du liebst" (Koh 9,9): Sexualität(en) im jüdischen Denken und Leben. 29.01.2026, Ökumenisches Bildungszentrum sanctclara Mannheim. Online.
- Vortrag »Und sie bluten wie die Frauen«. Geschichte eines antisemitischen Motivs. 22.03.2022, IFK Wien. Vortragsmitschnitt zum Nachhören
- "Menstruation als antisemitisches Motiv." Gastbeitrag auf science.orf.at, 09.01.2022
